Natriumlaurylethersulfat (12-10-8) Physikalische und chemische Eigenschaften
Natriumlaurylethersulfat
Ein anionisches Alkylethersulfat-Tensid (Natriumdodecylsulfat-Dinatriumsalz), das häufig in Formulierungen für Wasch- und Körperpflegeprodukte verwendet wird und für Beschaffung, Formulierung und Qualitätskontrollkontexte spezifiziert ist.
| CAS-Nummer | 12-10-8 |
| Familie | Alkylethersulfate (anionische Tenside) |
| Typische Form | Zähflüssige Flüssigkeit oder wässrige Paste |
| Übliche Qualitäten | EP |
Natriumlaurylethersulfat (Dialkylethersulfat-Dinatriumsalz) ist ein anionisches Tensid aus der Stoffklasse der Alkylethersulfate. Der Stoff lässt sich am besten als Dinatriumsalz eines sulfatierten Dialkylethers (IUPAC-Fragment: disodium;1-dodecoxydodecane;sulfate) beschreiben und verbindet eine oder mehrere lange hydrophobe C12-abgeleitete Alkylketten, die über Etherfunktionen mit einer Sulfatgruppen-Kopfgruppe verknüpft sind. Elektronisch ist die Sulfatgruppe ein stark delokalisiertes Anion, das in der festen Salzform durch zwei Natrium-Kationen stabilisiert wird; der organische Anteil ist stark hydrophob und verleiht oberflächenaktive Charakteristika sowie eine micellenbildende Neigung in wässrigen Medien.
Funktionell verhält sich dieser Stoff wie ein konventionelles Alkylethersulfat: stark anionisch im neutralen bis alkalischen pH-Bereich (vollständig dissoziiertes Sulfat), ausgeprägte amphiphile Eigenschaften, die gute wässrige Dispergierbarkeit als Natriumsalz sowie starke Schaum- und Reinigungseigenschaften ermöglichen, und eine Neigung zur Phasengrenzteilung in Kohlenwasserstoffphasen ohne gegenionengeführte Löslichkeit. Die Etherbindung verleiht eine höhere hydrolytische Stabilität im Vergleich zu Ester-Analoga, doch kann das Sulfatester unter extrem sauren oder stark alkalischen hydrolytischen Bedingungen oder bei erhöhten Temperaturen desulfatiert oder gespalten werden; unter stark oxidierenden Bedingungen ist eine oxidative Spaltung der Alkylketten möglich. In praktischen Formulierungen wird die Leistung stark durch Gegenionen (Ca2+, Mg2+) sowie durch Kosurfactants, Elektrolyte und pH beeinflusst.
Übliche Handelsqualitäten, die für diesen Stoff berichtet werden, umfassen: EP.
Grundlegende physikalische Eigenschaften
Löslichkeit und Hydratation
Als Dinatriumalkylethersulfat ist die Verbindung ein anionisches Tensid, das sich bei typischen Anwendungskonzentrationen leicht in Wasser dispergiert und löst, dabei Mizellen und oberflächenaktive Aggregate bildet. Löslichkeit und kritische Mizellbildungskonzentration hängen stark von der Kettenverteilung, der Formulierungsionenstärke und der Temperatur ab; die Natrium-Gegenionen ermöglichen im Vergleich zu organischen oder multivalenten Gegenionen eine gute wässrige Löslichkeit.
Ein experimentell bestimmter Wert für diese Eigenschaft ist im aktuellen Datenkontext nicht verfügbar.
Thermische Stabilität und Zersetzung
Das thermische Verhalten entspricht dem langkettiger organischer Sulfatsalze: Die Substanz besitzt keinen klar definierten Siedepunkt bei niedrigem Druck und zersetzt sich in der Regel (Desulfatierung, Spaltung der Etherbindung, oxidative Zersetzung und Verkohlung) beim Erhitzen, statt einfach zu verdampfen. Die thermische Stabilität ist im Vergleich zu anorganischen Salzen eingeschränkt und nimmt in Gegenwart starker Säuren, Basen oder Oxidationsmittel ab.
Ein experimentell bestimmter Zersetzungspunkt oder numerischer Wert zur thermischen Stabilität ist im aktuellen Datenkontext nicht verfügbar.
Chemische Eigenschaften
Komplexbildung und Koordination
Die Sulfat-Kopfgruppe koordiniert stark mit Kationen durch Ionenpaarbildung und elektrostatische Wechselwirkungen. Die Interaktion mit zweiwertigen Kationen (insbesondere \( \mathrm{Ca}^{2+} \) und \( \mathrm{Mg}^{2+} \)) fördert die Bildung von Ionenpaaren und kann zu reduzierter Löslichkeit oder Ausfällung führen (Inkompatibilität mit Wasserhärte). Natrium-Gegenionen sorgen für elektrische Neutralität in der isolierten Salzform; in der wässrigen Phase liegt das anionische Sulfat als solvatisierte Sulfat-Spezies mit mobilen Gegenionen vor.
Reaktivität und Stabilität
Chemisch ist der Stoff unter neutralen Bedingungen relativ stabil, kann aber folgende klassentypische Reaktionen eingehen: - Hydrolyse/Desulfatierung unter stark sauren oder stark alkalischen Bedingungen, beschleunigt bei erhöhten Temperaturen. - Oxidation der Alkylketten durch starke Oxidationsmittel, was zur Kettenspaltung und Bildung von oxygenierten Fragmenten führt. - Ionenaustausch oder Komplexbildung mit multivalenten Kationen, was die Tensideffizienz reduziert und Trübung oder Ausfällung verursachen kann.
Die Verträglichkeit mit Oxidationsmitteln sowie starken Säuren und Basen ist eingeschränkt; Formulierungsverträglichkeitstests sind für spezifische Prozessbedingungen erforderlich.
Molekulare Parameter
Molekulargewicht und Zusammensetzung
- Molekülformel: C24H50Na2O5S
- Molekulargewicht: 496.7 \(\mathrm{g}\,\mathrm{mol}^{-1}\)
- Exakte Masse: 496.31743443 \(\mathrm{Da}\)
- Monoisotopische Masse: 496.31743443 \(\mathrm{Da}\)
- Topologische polare Oberfläche (TPSA): 97.9 \(\text{Å}^2\)
- Zahl schwerer Atome: 32
- Verbindungskomplexität: 254
Diese Werte reflektieren ein Dinatriumsalz, das aus einem langkettigen Dialkylether-Grundgerüst mit einer Sulfat-Kopfgruppe besteht; die relativ große TPSA ergibt sich aus den Sulfat- und Ether-Sauerstoffen und trägt zur wässrigen Solvatation der Kopfgruppe bei, während die langen Alkylketten einen starken hydrophoben Charakter erhalten.
LogP und Ionisierungszustand
Ein experimentell bestimmter Wert für logP liegt im aktuellen Datenkontext nicht vor.
Ionisierungszustand: Der Stoff wird als Dinatriumsalz eines Sulfatesters geliefert und dargestellt. In wässriger Lösung liegt die Sulfatgruppe ionisiert (anionisch) vor, mit Natrium als Gegenion; das insgesamt formulierte Feststoff ist elektrisch neutral, wenn die Gegenionen mit einbezogen sind (formelle Ladung 0). Relevante berechnete Werte: Anzahl der Wasserstoffbrückendonoren 0; Anzahl der Wasserstoffbrückenakzeptoren 5; Anzahl der drehbaren Bindungen 22.
Identifikatoren und Synonyme
Registernummern und Codes
- CAS-Nummer: 12-10-8
- InChI: InChI=1S/C24H50O.2Na.H2O4S/c1-3-5-7-9-11-13-15-17-19-21-23-25-24-22-20-18-16-14-12-10-8-6-4-2;;;1-5(2,3)4/h3-24H2,1-2H3;;;(H2,1,2,3,4)/q;2*+1;/p-2
- InChIKey: SMVRDGHCVNAOIN-UHFFFAOYSA-L
- SMILES: CCCCCCCCCCCC O CCCCCCCCCCCC . [O-]S(=O)(=O)[O-].[Na+].[Na+]
Synonyme und Strukturbezeichnungen
Vom Einreicher angegebene Synonyme und alternative Namen umfassen:
- Natriumlaurylethersulfat
- disodium;1-dodecoxydodecane;sulfate
- 1335-72-4
- Sodiumlaurylethersulfate
- SCHEMBL15284
- C24H50Na2O5S
- FS71695
Entfernte oder alternative Synonyme, die erfasst sind, umfassen Varianten wie „Sodium lauryl ether sulfate“, „Sodium laureth sulfate“, „disodium 1-dodecoxydodecane sulfate“ und andere Registry-Bezeichnungen; diese spiegeln benennungs- und indexierungsbedingte Varianten wider, die bei verwandten Materialien vorkommen.
Industrielle und kommerzielle Anwendungen
Verwendung als Salzform oder Hilfsstoff
Als Natriumsalz eines Alkylethersulfats fungiert dieser Stoff hauptsächlich als anionisches Tensid/Hilfsstoff. Die Salzform verbessert die Wasserdispergierbarkeit und Handhabung im Vergleich zu freien Säureformen und wird häufig für Formulierungen gewählt, die Schaum, Benetzung, Emulgierung oder Reinigungswirkung erfordern. Die Dinatriumform ist mit vielen wässrigen Verarbeitungsprozessen kompatibel, unterliegt jedoch Einschränkungen bei hartem Wasser und Oxidationsmitteln.
Repräsentative Anwendungsfälle
Repräsentative Anwendungsbereiche, in denen Materialien dieses Strukturtyps weit verbreitet eingesetzt werden, umfassen:
- Körperpflege- und kosmetische Formulierungen (Shampoos, Duschgele) als reinigende und schäumende Mittel.
- Flüssige Haushalts- und institutionelle Reinigungsmittel für die tensidgesteuerte Entfernung von Ölen und Verschmutzungen.
- Industrielle Reinigungsformulierungen, bei denen ein anionisches Tensid für Emulgierung und Benetzung erforderlich ist.
Die Klassifikationsmetadaten im Zusammenhang mit Verbraucher- und Haushaltsproduktkontexten stimmen mit diesen typischen Anwendungen überein.
Wenn eine prägnante produktspezifische Anwendungsszusammenfassung für Beschaffung oder Formulierung erforderlich ist, sollte die Auswahl auf exakter Kettenverteilung, Restethoxylierung sowie Reinheits-/Qualitätsmerkmalen basieren.
Sicherheits- und Handhabungsübersicht
Toxikologische Hinweise
Materialien der Alkylethersulfat-Klasse sind allgemein reizend für Augen und Schleimhäute und können bei ausreichender Konzentration oder längerer Exposition Hautreizungen hervorrufen; sie sind kaum flüchtig und die primären Expositionswege sind dermaler und okulärer Kontakt sowie das Einatmen von Aerosolen. Aquatische Toxizität ist eine häufige Besorgnis bei Tensiden; die Vermeidung einer ungeprüften Freisetzung in aquatische Umgebungen wird empfohlen. Im aktuellen Datenkontext sind keine spezifischen LD50- oder akuten numerischen toxikologischen Endpunkte angegeben.
Für detaillierte Gefahrenklassifizierung, Expositionsgrenzwerte und toxikologische Endpunkte konsultieren Sie bitte das produktspezifische Sicherheitsdatenblatt (SDS) des Herstellers.
Lager- und Handhabungshinweise
Empfohlene Handhabungspraktiken für anionische Tensidsalze:
- Lagerung in einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Bereich, fern von starken Säuren, starken Basen und starken Oxidationsmitteln.
- Vermeidung von Staub- und Aerosolbildung; Einsatz von Absaugungen oder Atemschutz bei möglicher Staub-/Aerosolfreisetzung.
- Vermeidung von Kontamination mit mehrwertigen Kationen (hartes Wasser), wenn eine Fällung unerwünscht ist.
- Verwendung von Standard-Chemieschutzkleidung: Handschuhe, Augenschutz und geeignete Schutzkleidung beim Umgang mit konzentriertem Material.
Für detaillierte Informationen zu Gefahren, Transport und gesetzlichen Regelungen sollten Anwender das produktspezifische Sicherheitsdatenblatt (SDS) sowie lokale Vorschriften heranziehen.